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Region verkauft sich unter Wert |
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| Region verkauft sich unter Wert |
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| Wer von Automobil redet, sollte nicht nur an Wolfsburg
und Rüsselsheim denken |
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Die Erschütterungen einer Karosseriepresse kann man
in Wiesbaden im Gegensatz zu den Produktionsstandorten der Automobilindustrie
nicht spüren. Allerdings hat mit Linde ein Konzern seinen Sitz in
Wiesbaden, der zu den weltweit größten Herstellern von Flurförderfahrzeugen
zählt und auf den Ausbau umweltfreundlicher Energieträger für
die Autobranche setzt. Auch die Automobilzulieferindustrie ist in der
Region präsent. So produziert Federal-Mogul mit knapp 2.000 Mitarbeitern
in Wiesbaden und Camberg Gleitelemente und Verbundwerkstoffe für
die Autohersteller. Die ansässigen Versicherungsunternehmen partizipieren
mit Kfz-Versicherungsprodukten am milliardenstarken Automobilmarkt.
Die besondere Stärke des Standortes Wiesbaden und
Region sind die Vielzahl kleiner, mittlerer und großer Dienstleister,
die langjährig für die Autobranche tätig sind. Vom Entwicklungsdienstleister
wie der Rücker AG mit weltweit 2.000 Mitarbeitern über Unternehmens-,
PR- und Steuerberater, Anwälte, Agenturen, IT- und Serviceunternehmen
Wiesbaden bietet das gesamte Spektrum an Dienstleistungen, auf das Automobilhersteller
und -importeure und Zulieferindustrie angewiesen sind. Diesen Standortvorteil
stärker zu vermarkten, darauf sollten die Verantwortlichen in Wiesbaden
und Region in Zukunft mehr Augenmerk legen.
Rhein-Main hat sich aufgrund der Zentralität in Deutschland
und der Bedeutung des Flughafens in den letzten Jahren im Wettbewerb
der Regionen zu einem wichtigen Standort für den Deutschland-Sitz
der Automobilimporteure und -vertriebsgesellschaften entwickelt. Wiesbaden
als Teil des Rhein-Main-Gebietes muss stärker an dieser Entwicklung
partizipieren. Dass Ferrari und Maserati ihre exklusiven Sportwagen in
Deutschland von Wiesbaden aus vermarkten und dass Contrac, ein Unternehmen,
an dem DaimlerChrysler beteiligt ist, mit einem Marktanteil von über
80% Weltmarktführer bei Flughafen-Vorfeldbussen die Vertriebsaktivitäten
aus Wiesbaden steuert, ist hierfür ein guter Anfang.
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„Wiesbadener Automobil-Vertriebsunternehmen Weltmarktführer.“ „Die
Benchmarks für exklusive Sportwagen in Deutschland werden in Wiesbaden
gesetzt.“ Zwei mögliche Schlagzeilen, die selbst Leser aus
der Region stutzen lassen. Wer von Automobilstandort redet, denkt an
Wolfsburg und Stuttgart oder Rüsselsheim, das derzeit die Schlagzeilen
der Wirtschaftspresse füllt. Von einem „Automobilstandort
Wiesbaden“ zu reden, ist Provokation.
Wer sich allerdings näher mit der Rolle des Automobils
für Wertschöpfung und Beschäftigung in Wiesbaden und Region
befasst, wird schnell feststellen, dass eine Vielzahl der ansässigen
Unternehmen mit und vom Auto leben und eine nicht unerhebliche Rolle
in der Automobilbranche spielen. Unmittelbar präsent und sichtbar
ist der lokale Automobilhandel. Dieser ist geprägt von der hohen
Mobilität der Menschen in Rhein-Main. Standortentscheidungen für
Händler und Filialen im Ballungsraum hängen von Verkehrsflüssen,
Kaufkraftströmen und Werbemedien wie den regionalen Radiosendern
ab. Nach wie vor wird der Besonderheit Mainz - Wiesbaden Rechnung getragen.
Wer als Marke in Wiesbaden vertreten ist, benötigt ebenfalls seinen
Mainzer Vertragshändler und umgekehrt.
Abgesehen von dieser lokalen Besonderheit geht der Branchentrend
eindeutig in Richtung großer, flächendeckender Autohändler.
Im gesamten Rhein-Main-Gebiet operierende Händler und Werksniederlassungen
verdrängen bzw. integrieren zunehmend die lokalen Händler.
Aus einem eigenständigen Wiesbadener Fiat/Lancia Händler wurde
z.B. eine Filiale der FIAT Niederlassung Rhein-Main. Andere Marken werden
folgen. Der Handel in Wiesbaden und Region wird an Eigenständigkeit
verlieren.
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