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FREITÄGER Konjunkturtacho II/2007
 
Stimmung auf dem Tiefpunkt
 
(Wiesbaden) Die ersten sechs Monate des Autojahres 2007 haben tiefe Sorgenfalten in den Mienen der deutschen Automanager hinterlassen. Die Stimmung ist genauso im Keller wie die Zulassungszahlen. Konnten die Zulassungseinbußen des ersten Quartals noch mit den vorgezogenen Käufen aus 2006 angesichts der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung begründet werden, ist diese Bugwelle mittlerweile abgebaut. Trotz guter Konjunkturdaten springt der Automarkt in Deutschland nicht an. Mit 53 Punkten erreicht der Konjunkturtacho den absoluten Tiefpunkt in seiner fünfjährigen Tradition.

Während sich die gewerblichen Zulassungen am Vorjahresniveau orientieren, ist allein der Privatmarkt für die schlechten Ergebnisse verantwortlich. Der konjunkturelle Aufschwung ist nicht im Geldbeutel des Endkunden angekommen. Die hohen Energiekosten, die sich nicht nur in höheren Kraftstoffpreisen, sondern auch in den steigenden Wohnnebenkosten niederschlagen, reduzieren die Haushaltsnettoeinkommen.

 
 
 

 

Jürgen Freitäger von der Unternehmensberatung DR. FREITÄGER AG, die im Auftrag von AUTOMOBILWOCHE die vierteljährliche Konjunkturabfrage durchführt, sieht in einem „Versagen der Politik in der aktuellen CO2-Debatte und in unklaren steuerlichen Rahmenvorgaben“ die Hauptursache für die aktuelle Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Unter dieser Situation leiden besonders die Händler. Trotz attraktiver Rabatte, die die ohnehin knappe Händlermarge zusätzlich belasten, ist der Endkunde momentan nicht ins Autohaus zu locken. Gleichzeitig schlägt die hohe Anzahl an Tageszulassungen ins Kontor und trübt die schlechten Bilanzen noch weiter. Entsprechend weist der Automobilhandel mit gerade noch 19 Punkten das schlimmste Stimmungstief seit Erscheinen des Konjunkturtacho aus.

Eine Entwicklung, die auch die Automobilbanken trifft. Erstmals seit drei Jahren fällt die Stimmungslage der Finanzdienstleister mit 67 Punkten unter die 70-Punkte-Linie. Auf dem Fuße folgen die Automobilhersteller, die von 65 auf 47 Punkte abrutschten und ebenfalls historischen Tiefststand erreichen. Aufgehellt wird die Stimmung gerade noch durch den bis auf Deutschland gut laufenden europäischen Markt und die positiven Exportergebnisse der heimischen Hersteller.

„Jetzt ist ein entschiedenes Handeln der Politik in der CO2-Frage gefordert. Nur so kann die Verbrauchernachfrage aus der wirtschaftlichen Sackgasse geholt werden.“ Freitäger ist überzeugt: „Das Thema Verschrottungsprämie gehört erneut auf den Verhandlungstisch. 200.000 zusätzliche Neufahrzeuge spülen eine Milliarde Euro an zusätzlichen Mehrwertsteuereinnahmen in Herrn Steinbrücks Steuerkasse. Damit ist die Finanzierung gesichert, und der CO2-Ausstoß in Deutschland kann schnell wirksam verringert werden.“

 
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