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Carcom Konjunkturtacho III/2006
 
Automobil-Konjunktur stabilisiert sich
 
(Wiesbaden) Der Aufschwung scheint in den vergangenen Monaten auch in der Automobilbranche noch an Dynamik gewonnen zu haben. Mit 71 Punkten stabilisiert sich die Gesamtauswertung des Carcom Konjunkturtachos auf dem hohen Niveau des Vorquartals. Während die Zufriedenheit in den Teilbranchen Hersteller, Handel und Banken sogar noch zulegen konnte, verhindert lediglich die aufkommende Unzufriedenheit der Zulieferer ein besseres Ergebnis.

Nach Abschluss des dritten Quartals steht das Neuzulassungsbarometer mit 2,54 Mio. PKW genau 1,0 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Automobilhersteller gehen davon aus, dass sich diese Tendenz bis Ende des Jahres weiter durchzieht. Der Zufriedenheitsindex liegt mit 84 Punkten zwölf Punkte über dem Vorquartalsniveau und zeigt eine stabile Aufwärtstendenz.

 

 

Ähnlich positiv bewerten Autohandel und die Finanzdienstleister die Marktentwicklung. Obwohl nach Aussage vieler Händler die für das kommende Jahr angekündigte Mehrwertsteuererhöhung nur wenig vorgezogene Käufe provoziert, ist man offensichtlich mit dem aktuellen Konsumklima zufrieden. Vor allem der September beendete die Zulassungsdürre des WM-Sommers. Mit 298.179 fabrikneuen Pkws sorgte der erste Herbstmonat für einen warmen Zulassungsregen auf Deutschlands Straßen. Auch für die kommenden Monate rechnen die Händler mit einer Fortführung der positiven Aufwärtstendenz. Diese Entwicklung sollte sich dann auch im Privatkundengeschäft niederschlagen, das sich bislang lediglich auf dem schwachen Vorjahresniveau halten konnte.

Diese Auffassung teilen auch die Autobanken. Der Zufriedenheitsindex der Finanzdienstleister stabilisiert sich mit rund 83 Prozent auf dem Niveau des bisherigen Jahresverlaufs und unterstreicht das hohe Level der Marktdurchdringung, den die Finanzbranche im Automobilgeschäft erreicht hat. Die konjunkturellen Rahmenbedingungen werden den hohen Finanzierungsanteil – jedes zweite Fahrzeug wird mittlerweile finanziert oder geleast - beim Kauf von Fahrzeugen eher treiben als reduzieren.

Nur die Zulieferer können die Zuversicht der Branche nicht teilen. Mit 52 Prozentpunkten hat sich der Konjunkturtacho wieder auf dem schwachen Jahresanfangsniveau eingependelt. Vor allem der Index der Konjunkturerwartungen sank bei ihnen im vergangene Quartal auf 50 Punkte. Im 2. Quartal waren die Komponentenhersteller mit 59 Punkten noch erheblich zuversichtlicher gewesen. Offenbar traut man dem aktuellen Stimmungshoch noch nicht ganz über den Weg. Vor allem die wenig hoffnungsvollen Prognosen für die US-Wirtschaft treiben dem einen oder anderen Zulieferer die Sorgenfalten auf die Stirn. „Es bleibt abzuwarten, wie Kunde und Handel mit der Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr umgehen können“ analysiert Dr. Jürgen Freitäger, Automobilexperte bei der Wiesbadener Unternehmensberatung Carcom die aktuelle Lage. „Deshalb sollten wir zumindest davor warnen, allzu hohe Konjunkturerwartungen zu wecken.“

 

 
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