| Carcom Konjunkturtacho II/2006 |
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| Automobil-Geschäftsklima leidet unter
Fußball |
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(Wiesbaden) Die
Fußball-Weltmeisterschaft schlägt dem Autohandel auf
den Magen. Anders ist der Stimmungseinbruch von 69 auf 58 Punkte
im zweiten Quartal des Automobilwoche Konjunkturtachos kaum zu
erklären. Zwar hatte der Wonnemonat Mai mit einem Zulassungszuwachs
von 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat noch für
ein erfreuliches Zwischenhoch gesorgt, doch mit einem Juni-Minus
von 4,6 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2005 findet
sich der deutsche Autohandel aktuell wieder in der weniger erfreulichen
Realität wieder. Der Automobilhandel blickt wenig erwartungsvoll
in das kommende Quartal. |
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Dieses Ergebnis schlägt sich auch in der Gesamtauswertung
des Automobilwoche Konjunkturtachos nieder. Der von der Wiesbadener
Unternehmensberatung Carcom im dreimonatigen Rhythmus durchgeführte
Geschäftsklimaindex sank gegenüber der März-Umfrage
um 4 Punkte auf 71 Punkte.
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Auch die Hersteller und Importeure litten unter der Fußballbegeisterung
der Kunden. Mit 76 Punkten befindet sich das Geschäftsklima der Produzenten
aber immer noch in einem stabil positiven Bereich. Offensichtlich geht man
in den Führungsetagen fest davon aus, dass sich am Jahresende unter dem
Strich ein deutliches Zulassungsplus gegenüber dem Vorjahr zeigt. Angesichts
der beschlossenen Mehrwertsteueranhebung spekuliert die Branche darauf, dass
spätestens gegen Ende des dritten Quartals das Zulassungsergebnis dank
vorgezogener Fahrzeugkäufe nochmals anzieht.
Da sich gleichzeitig das Exportgeschäft der deutschen Hersteller
in einer guten Auftragssituation befindet, bleibt bei den Zulieferern
die Stimmungslage auf konstanten Niveau. Mit 61,5 Punkten lag der Geschäftsklimaindex
der Komponentenhersteller jetzt zum drittenmal hintereinander über
dem 60-Punkte-Niveau – für die für ihre Zurückhaltung
bekannten Zulieferer ein gutes Ergebnis. Als erster und wichtigster Ansprechpartner
der Hersteller sind sie frühzeitig in die Produktionsplanung eingebunden
und gelten deshalb als zuverlässige Seismographen der Marktentwicklung.
Die stabile Lage der Zulieferer-Stimmungskurve darf deshalb als deutliches
Zeichen gewertet werden, dass die Branche mit der Fortführung der
konjunkturellen Bergfahrt rechnet.
Auf vollen Touren bleibt die Stimmungslage der Autobanken. Zunehmend
kristallisiert sich heraus, dass ohne Finanzdienstleistungen im Neuwagengeschäft
nichts mehr geht. Mittlerweile wird jedes zweite von drei Fahrzeugen
finanziert oder geleast. War das Leasing bislang eher den gewerblichen
Kunden sympathisch, lernen immer mehr Privatkunden die konstanten monatlichen
Belastungen der Finanzdienstleistungen schätzen. Ein interessanter
Finanzierungszins gilt für viele Kunden mittlerweile als ebenso
starkes Incentive wie ein Preisnachlass.
Insgesamt schaut Branche verhalten optimistisch auf die kommenden drei
Monate, die traditionell eher schwächere Absatzzahlen verheißen. „Nach
der WM gehen viele Kunden zunächst einmal in den Urlaub. Wenn sie
zurückkommen, sind die Taschen leer,“ beurteilt Dr. Jürgen
Freitäger, Geschäftsführer der Carcom Services GmbH die
kommende Marktsituation. „Anschließend aber kommt vor allem
der Privatmarkt noch einmal richtig auf Touren, wenn es gilt, der Mehrwertsteuer
noch ein Schnippchen zu schlagen“, prognostiziert der Branchenkenner.
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