Mit einer zündenden
Idee wurde Ludger Schulte sein eigener Chef und beschäftigt inzwischen
fünf Festangestellte und mehr als 50 freie Mitarbeiter. |
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Alle Fahrer seien mindestens 23 Jahre alt, aber auch nicht älter
als 65. Das verlangt die Gesellschaft, bei der die Kundenfahrzeuge für
die Fahrt in die Werkstatt und zurück extra versichert sind. Die
meisten Fahrer sind Vorruheständler, es gibt aber auch Studenten
darunter. Bei der Arbeit sind alle über Mobiltelefon zu erreichen.
Nach einer recht mühsamen Anlaufzeit gelang es Carcom, auch in
anderen Städten genügend Autohäuser als Kunden zu gewinnen,
um auch dort einen Hol- und Bringdienst einzurichten. Knapp drei Jahre
nach der Gründung beschäftigt Schultes Carcom Services GmbH
fünf Mitarbeiterinnen in der Servicezentrale. Dazu kommen 50 freie
Fahrer in Köln, Bonn, Berlin und weiteren Standorten. Nach Schultes
Angaben macht die Firma seit dem zweiten Geschäftsjahr auch bereits
Gewinn. Der Umsatz wurde zu mehr als 80 Prozent mit Autohäusern
der Marken BMW und Mercedes erzielt. „Unser Konzept ist voll aufgegangen“,
so Schulte, der sich mit dem Erreichten aber nicht zufrieden geben will.
In diesem Jahr will er den Umsatz und die Zahl der mit ihm kooperierenden
Autohäuser verdoppeln. „Das wird eine ganz harte Arbeit“,
weiß Schulte. „Die meisten Autohäuser sind immer noch
nicht wirklich an einer Verbesserung ihrer Dienstleistung interessiert.
Sie sind schwach im offensiven Marketing und wollen dafür kein Geld
ausgeben“, meint der 50jährige Jungunternehmer. Damit verschenkten
die Autohäuser Chancen im Service- und Neuwagengeschäft, insbesondere
bei größeren Firmen, die Fuhrparks und Dienstwagen für
ihre Mitarbeiter haben. „Für Fuhrparkleiter ist es ganz entscheidend,
einen Händler mit Hol- und Bringservice zu haben.“ 60 Prozent
aller Neuwagen würden geschäftlich angeschafft, ein großer
Teil davon von Firmen als Dienstwagen. Die Fahrzeughalter direkt anzusprechen,
hat Schulte nicht vor. „So sehr die Werkstattkunden den Hol- und
Bringdienst schätzen – direkt bezahlen wollen sie dafür
nicht.“ Der einzige Weg, der Automobilbranche zu mehr Dienstleistungsqualität
zu verhelfen, führe deshalb über die Händler.
Carcom Services berechnet den Werkstätten in Köln in einem
Kerngebiet pro Fahrt 18 Euro, von denen der Fahrer 8 Euro und ein Ticket
für den öffentlichen Nahverkehr erhält. Weitere Fahrten
sind entsprechend teurer. „Ob oder wie viel die Werkstätten
von unserem Preis an ihre Kunden weitergeben, liegt in ihrer eigenen
Entscheidung“, so Schulte, der davon träumt, dass einmal alle
24000 deutschen Autohäuser einen Hol- und Bringdienst anbieten.
Allein wird Schulte das kaum schaffen, schon weil „unser Service
noch lange nicht bekannt genug ist“. Deshalb hat er auch nichts
gegen eventuelle Wettbewerber. „Die können uns nur helfen,
mehr Dienstleistungsqualität in die Autohäuser zu bringen.“
Rolf Winkel
ACE Lenkrad 8/2004
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Apotheken liefern Medikamente
nach Hause an, der Pizza-Service bringt die Pasta pünktlich zum
Abendessen in die häusliche Küche. Doch nur wenige Automobilwerkstätten
bieten an, den Wagen zur Inspektion abzuholen und nachher wieder zurückzubringen.
In Köln ist das bei einigen großen Autohäusern jetzt
anders, dank Ludger Schulte und seiner Firma Carcom Services.
Jahrelang spielte der diplomierte Ingenieur und Kaufmann mit dem Gedanken,
sich selbstständig zu machen. Dann kam ihm die Idee, einen Hol-
und Bringservice für Kraftfahrzeuge anzubieten: „45 Millionen
Autos laufen in Deutschland, fast jedes muss mindestens einmal im Jahr
in die Werkstatt. Das ist doch ein riesiger Markt, wenn das zündet,
daraus müsste sich ein Geschäft machen lassen“, dachte
sich Schulte und wagte die Firmengründung.
Das Startkapital verdiente Schulte sich mit seiner 20-jährigen
Beratertätigkeit für die Automobilbranche. Als Berater wusste
er auch, dass er zuerst eine Marktstudie machen musste. Danach rechnete
er sich Chancen für seine Idee aus. Denn keines der befragten
Autohäuser hatte einen professionellen Hol- und Bringdienst. „Die
Kunden fahren den Wagen meist selbst in die Werkstatt. Hin und zurück
plus Wartezeiten wird daraus leicht eine Stunde und mehr.“
Das zweite wichtige Ergebnis der Marktstudie war: Hol- und Bringdienste
gehören zu den häufigsten Kundenwünschen. Je teurer
die Fahrzeuge sind, desto stärker ist auch das Verlangen, möglichst
wenig Zeit mit Werkstattaufenthalten zu verlieren.
So begann Schulte mit der Kundenakquise. Zunächst erstellte er
einen vierseitigen Werbefolder. Das von einem Grafiker professionell
gestaltete Faltblatt verschickte er an größere Kölner
Autohäuser. Telefonisch setzte er nach, um einen Termin für
ein persönliches Gespräch zu bekommen. „In vier Wochen
habe ich dreißig Werkstätten besucht, dann hatte ich den
ersten Kunden. Entscheidend war das Gespräch mit dem Serviceleiter“,
erinnert sich Schulte.
Mit einer fest angestellten Mitarbeiterin und 15 freiberuflichen Fahrern
legte Schulte im Sommer 2001 los. Herzstück der Firma ist die
Servicezentrale im Erdgeschoss eines modernen Bürohauses an einer
Kölner Ausfallstraße. Hier nehmen Mitarbeiterinnen die telefonischen
Aufträge der Kunden entgegen und koordinieren die Fahrer. „Sie
sind unsere Aushängeschilder“, betont Schulte. „Die
Fahrer müssen erfahren und ortskundig sein, gepflegt und sicher
auftreten. Und natürlich absolut vertrauenswürdig. Sie repräsentieren
ja das Autohaus gegenüber dessen Kunden.“
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